Mehr als ein Wettbewerb, mehr als Schule: Jugend debattiert am OHG

"Soll am OHG eine Schuluniform eingeführt werden?" -"Sollen Schülerinnen und Schüler bis zum Schulabschluss gratis öffentliche Verkehrsmittel nutzen dürfen?" -"Soll an allgemeinbildenden Schulen die handwerkliche Ausbildung gefördert werden?"

Nur drei Streitfragen von vielen: Jede dieser Fragen lässt sich begründet bejahen oder verneinen, denn jede zu fällende Entscheidung birgt Pro- und Kontraargumente in sich. Diese Fertigkeit, eine Streitfrage von beiden Seiten aus zu betrachten und dann Position zu ergreifen, vermittelt Jugend debattiert.

Jugend debattiert ist seit 2004/05 Teil des Unterrichts am Otto-Hahn-Gymnasium. Schülerinnen und Schüler lernen, wie sie ein Thema durchdringen, Argumente sammeln und schließlich im Gespräch ihren Standpunkt begründen bzw. die Gegenposition hinterfragen. Anliegen dieses als Bundeswettbewerb angelegten Unterrichts ist es, Heranwachsende in die Lage zu versetzen, reflektiert eine eigene Meinung zu bilden und diese zu aktiv vertreten: Gefördert werden das kritische Denken, die Neugier für gesellschaftliche Themen, das Einstehen für Werte und die offene demokratische Auseinandersetzung mit konträren Meinungen. Die inhaltliche Durchdringung von Fragen und Themen und die methodischen Übungen bieten allen, die diese Ausbildung durchlaufen, mehr als nur Wettbewerbschancen und auch mehr als nur üblichen Schulunterricht: Jugend debattiert macht fit für den Alltag.

Jugend debattiert wird in verschiedenen Unterrichtsformaten am OHG angeboten: Gebunden am hausinternen Curriculum, erlernen und erproben Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 im Klassenverbund – zumeist im Deutschunterricht, aber auch fächerübergreifend –das Debattieren. Dieses findet entweder im laufenden Unterricht im ersten Halbjahr oder aber im Rahmen eines zweieinhalbtägigen Kompaktseminars auf dem Hohen Hagen statt. Darüber hinaus bietet die AG Jugend debattiert seit 2005 interessierten wie motivierten Schülerinnen und Schülern die Chance, sich direkt für den Wettbewerb vorzubereiten; Crashkurse sind ebenfalls im Angebot. Dass das Debattieren keine Ein-Mann-Show, sondern ein Teamwettbewerb ist, zeigt sich in den schulinternen Trainingstagen, zu denen alle Qualifikanten vor dem Schulentscheid eingeladen werden.

Das OHG freut sich über die Leistungen seiner Schülerinnen und Schüler, die in den vergangenen Jahren nicht immer wieder nur auf Regional- und Landesebene überzeugen konnten, sondern darüber hinaus auch wiederholt an der Bundesendrunde in Berlin teilnehmen durften. Wie ist es also mit Dir? Wie wäre es, unseren Bundespräsidenten, der Schirmherr dieses Wettbewerbs ist, im Bundesfinale in Berlin kennenzulernen?

Mehr Informationen unter https://www.jugend-debattiert.de/idee oder sprich direkt Deine Deutschlehrerin bzw. Deinen Deutschlehrer oder unseren Schulkoordinator für Jugend debattiert, Herrn Jaek, an.

Wettbewerbe 2016/17

Till Koch erreicht Platz vier im Jugend-debattiert-Bundesfinale in Berlin (19.06.2017)

Harte Debatten um Grundeinkommen, Social Bots und Optionspflicht

(Jk) Eigentlich hätte er am Freitagmorgen in der Lokhalle die Abiturfeierlichkeiten erleben und sein Abiturzeugnis erhalten sollen: Während in Göttingen gefeiert wurde, vertrat Till Koch am Freitag, den 16.6.17, in den beiden Qualifikationsdebatten des Bundesentscheides Jugend debattiert souverän seinen Standpunkt. Bei der Streitfrage „Soll in Deutschland ein bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt werden? " plädierte er zugunsten dieser Grundsicherung und forderte Chancengleichheit ein, die Voraussetzung für eine freiheitlich-demokratische Grundordnung sei. In der nachmittäglichen Debatte um die Frage, ob in der öffentlichen Kommunikation soziale Bots eingesetzt werden sollen, wies er die weitere Verbreitung von sozialen Bots unter Hinweis auf die Verfassung und die Fremdsteuerung der politischen Willensbildung strikt zurück.

Am späten Nachmittag war dann die Freude groß: Till hatte sich als Viertbester für das Finale am nächsten Tag qualifiziert. Nach zwei Stunden Grillfest, das zu Ehren der 64 Landessiegerinnen und –sieger, der vielen ehemaligen Bundessiegerinnen und -sieger, der Regional- und Landeskoordinatoren sowie der Vertreter von Stiftungen und Ministerien gegeben wurde, setzten sich die vier Finalistinnen und Finalisten zusammen, um die große Finaldebatte gemeinsam vorzubereiten und die Aufgaben und Fragestellungen abzustecken. Kurz vor Mitternacht fand der ereignisreiche Wettkampftag sein Ende, während in Göttingen der Abiball tobte.

Die Finaldebatte, die am Samstagmittag im großen Saal der Urania vor über 500 Gästen stattfand und sogar via Livestream ausgestrahlt wurde, kreiste um die Streitfrage, ob die Optionspflicht für Mehrfachstaatsangehörige wieder eingeführt werden soll. Die Optionspflicht, die Pflicht für Einwandererkinder, sich ab dem 23. Lebensjahr für eine der beiden Staatsangehörigkeiten zu entscheiden, erwies sich als anspruchsvolles wie aktuelles Thema, das kontrovers debattiert und kommentiert wurde. Schlussendlich sah die hochkarätige Jury unter der Leitung von Frau Maischberger Till auf dem vierten Platz, was in Anbetracht der Leistungsdichte der vier Debattantinnen und Debattanten in Ordnung geht.

 

Die Platzierung in den Top 6 seiner Altersgruppe – insgesamt nahmen im Schuljahr 2016/17 über 200.000 Schülerinnen und Schüler bundesweit teil – bedeutet zudem, dass Till in das Alumniprogramm der Hertie-Stiftung aufgenommen worden ist. Er bleibt damit nicht nur dem Anliegen, über das Debattieren politische Partizipation und Demokratie zu erleben und zu fördern, verbunden, sondern wird in den nächsten Jahren in dem sich hervorragend aufgestellten Kreis ehemaliger Bundessiegerinnen und -sieger neue Anregungen und Kontakte sammeln. Till ist bereits der zweite OHG-Abiturient, der diesen Sprung geschafft hat; 2006 gelang dieses Marlén Schiche.

Und 2018? Wer gesellschaftlich neugierig ist und motiviert ist, neue Themengebiete nicht nur inhaltlich zu durchdringen, sondern diese Kenntnisse im Rahmen einer Debatte auch anzuwenden, wendet sich bitte an Herrn Jaek oder an unsere Deutsch- und Politiklehrerinnen und -lehrer. Vielleicht bist Du es ja, die/der als siebte OHG-Debattantin bzw. siebter OHG-Debattant im nächsten Juni nach Berlin zur Endrunde reist.

Quelle/Copyright aller Fotos: "Jugend debattiert/Hertie-Stiftung"

Till Koch gewinnt Landesfinale (18.03.2017)

Till Koch gewinnt Landesfinale bei "Jugend debattiert"

(bt.) Till Koch, Schüler in der Oberstufe des Otto-Hahn-Gymnasiums Göttingen, hat am 07. März 2017 das Landesfinale des bundesweiten Wettbewerbs "Jugend debattiert" gewonnen. Er wird somit als Landessieger in der Altersgruppe 2 (Klassenstufe 10-Q2) Niedersachsen im Bundesfinale vertreten, das am 17. Juni 2017 unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten in Berlin stattfindet.

Till qualifizierte sich für die Finaldebatte in Hannover in zwei Qualifikationsrunden, wobei die zweite, so Till, "echt hart war." Dort lautete die Streitfrage, ob für Innenstädte grundsätzlich nur noch E-Autos zugelassen werden sollten.

In einer Debatte debattieren immer vier Schülerinnen und Schüler, wobei sie entweder die Pro- oder die Kontraposition vertreten. Die besten vier erreichen schließlich das Finale und dort geht es für den ersten und den Zweitplatzierten eine Runde weiter. Für die Finaldebatte hatte sich Till dann ganz offensichtlich richtig in Form gebracht; dort lautete die Streitfrage: "Sollen DNA-Beweise zur Ermittlung des äußeren Erscheinungsbildes herangezogen werden?"

Tills Tutor am OHG, Herr Sönke Jaek, ist stolz auf seinen Schüler: "Wann schläft der Kerl?", fragt er sich angesichts der Belastungen, die Till zur Zeit in der Schule zu stemmen hat. Im April steht für ihn das Abitur an und gerade hat er noch den Beitrag für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten fertiggestellt. Eine hohe Leistungsbereitschaft und Kompetenz attestiert er seinem Tutanten, der sich schon dadurch "selbst für das Finale qualifiziert habe", so sein Tutor. Übrigens ist Till der dritte Landessieger, den das OHG stellt; insgesamt haben bis dato fünf Schülerinnen und Schüler das Bundesfinale erreicht, denn auch die Zweitplatzierten qualifizieren sich für die nächste Runde. Im Jahre 2006 konnte Marlen Schiche sich in den Vorrunden in Berlin durchsetzen und errang schließlich einen großartigen dritten Platz in der Finaldebatte in Anwesenheit des Bundespräsidenten.

Gefragt nach seinen Erwartungen für die Finaldebatten in Berlin äußert Till, dass es sicherlich schwerer, aber auch noch spannender werde. Er rechnet mit international ausgerichteten Themen, komplexeren Dimensionen und er freut sich darauf, auch wenn er dafür u.U. den Abiball des OHGs (in der Lokhalle) sausen lassen muss, denn der findet am Vorabend der Finaldebatte (in Berlin) statt.

 

GT vom 18.03.2017

Regionalfinale im Ratsaal der Stadt Göttingen (26.01.2017)

Till vertritt OHG beim Landesfinale

(bt.) Das große Regionalverbundfinale Südniedersachsen wurde am 26. Januar 2017 im großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses in Göttingen ausgetragen und von Stadtrat Lieske, der in seinem Dezernat u.a. auch für die Schulen verantwortlich ist, eröffnet. In einer "knisternden und hochspannenden" Debatte, über der "ein Zauber", so Sönke Jaek, Regionalverbundkoordinator, lag, erreichte Till Koch (Tut. JK) einen hervorragenden 2. Platz. Dieser sichert ihm die Teilnahme an den Qualifizierungsdebatten auf Landesebene.

Lieske betonte in seiner Ansprache, wie wichtig es – für Jung und Alt – es sei, gerade in diesen Zeiten eine gute Debattenstruktur zu pflegen, denn dies diene der Demokratie. "Wir Demokraten", so Lieske, "müssen unsere Schmerzpunkte benennen, sonst überlassen wir das Feld den Antidemokraten! Deutschland braucht eine neue Debattenkultur – für Jung und Alt." Des Weiteren rief er zu Fairness, gepaart mit Leidenschaft auf: "Man streitet nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herzen; wenn das Herz aber überläuft, dann bitte wieder den Kopf einschalten!"

Das Finale wurde zunächst in der Altersgruppe I (Klasse 8-9) ausgetragen. Es debattierten hier zu der Frage: "Sollen im Deutschunterricht regelmäßig längere Gedichte auswendig gelernt werden?" zwei Schüler des MPG gegen eine Schülerin und einen Schüler des Eichsfeldgymnasium Duderstadt. Das Ticket fürs Finale lösten Jonas Margraf (MPG) und Elisa Graimann (EGD).

In einer hochklassigen Debatte zu der Frage, ob das Betteln in den Innenstädten verboten werden soll, setzte sich Michel-Max Blessin (MPG) vor Till Koch vom OHG durch. Auf den weiteren Plätzen folgten Christian Zochowski (Hainberg Gymnasium) und Annike Rosenberg vom Corvinianum in Northeim.

Alle Sieger werden nun von der Herthie-Stiftung und dem Kultusministerium zu einem mehrtägigen Trainingscamp nach Bad Nenndorf eingeladen, um sich auf die Landesfinaldebatten vorzubereiten. Sollte Till dort auch mindestens Platz 2 belegen, würde er das OHG als Landessieger im Bundesfinale in Berlin vertreten.

Einen kleinen Wermutstropen gab es aber dennoch: Unsere Schulsieger in der Altersklasse II konnten gar nicht antreten! Als der Schulverbundwettbewerb lief, war Tammo Kratzin mit seinem eA-Kurs beim Planspiel POLIS in Torfhaus und Sarah Borchert war mit dem Skikompaktkurs im Zillertal. Till hat das mit seiner hervorragenden Debattierkompetenz quasi herausgerissen – und es zeigt, dass das OHG eine gewisse Leistungsdichte aufzuweisen hat; trotzdem ist es wünschenswert, die Termine so zu legen, dass sie nicht mit parallel liegenden Schulveranstaltungen kollidieren.

Das GT berichtet

GT vom 28.01.2017

12. Schulentscheid am OHG (13.01.2017)

12. Schulentscheid am OHG

OHG fürs Regionalverbundfinale gut aufgestellt

(bt.) Traditionell findet im Januar – Freitagnachmittag – der Schulentscheid des bundesweiten Wettbewerbs „Jugend debattiert“ im OHG statt. Sönke Jaek, der nicht nur den Schulwettbewerb im OHG organisiert, sondern auch als Koordinator des Regionalverbundes Göttingen fungiert, konnte 20 Schülerinnen und Schüler für den Schulentscheid begrüßen.

Diese argumentierten in spannenden Debatten in den beiden Altersgruppen (Altersgruppe I sind die Klassen 8 und 9, Altersgruppe II die Klasse 10 sowie Q1 und Q2) zu folgenden Streitfragen:

Altersgruppe I, erste Runde: „Sollen in der Schule allen Schülerinnen und Schülern Schließfächer zur Verfügung stehen?“ Zweite Runde: „Soll an allgemeinbildenden Schulen die handwerkliche Ausbildung gestärkt werden?“

Altersgruppe II, erste Runde: „Sollen bei allgemeinen Wahlen Jugendliche schon ab 16 Jahren wählen dürfen?“ Zweite Runde: „Soll für die Nutzung von Sozialen Medien eine Klarnamenpflicht eingeführt werden?“

Das Ankündigungsplakat enthielt auch die Einladung an die Schulöffentlichkeit, den Debatten beizuwohnen, allein: Es blieb – von kleinen Ausnahmen abgesehen – eine geschlossene Veranstaltung. „Das ist doch sehr schade, denn wir haben wirklich gute Debatten erlebt, die ein Publikum verdient hätten“, so Frau Rauhaus, die mit zu den Juroren zählte. Sie hatte auch eine Idee, wie man die Situation verändern könnte: Die Veranstaltung könne in eine 5. und 6. Stunde gelegt werden, sodass alle Schülerinnen und Schüler, die zuschauen möchten, weitaus weniger „unproblematisch“ dabei sein könnten. Ein Versuch wäre das allemal wert – schauen wir mal, was 2018 bringt ...

In den Debatten setzten sich durch und werden das OHG im Regionalwettbewerb, der am 25. Januar 2017 ab 14.30 Uhr im FKG stattfindet (und übrigens auch offen für Zuschauer ist) vertreten: Greta Hunkel und Amelie Siebert (als Vertreter stehen Jan Söder und Tamina Schuchardt bereit) in der Altersgruppe I sowie Tammo Kratzin und Sarah Borchert in der Altersgruppe II (Nachrücker wären hier Till Koch und Daniel Fleischmann).

 

Und vielleicht finden sich ja eine Reihe von Mitschülerinnen und Mitschüler, die Greta, Amelie, Tammo und Sarah unterstützen und erleben wollen. Es lohnt sich, zumal den Siegerinnen und Siegern dann die Finaldebatten im Sitzungssaal des Neuen Rathauses tags drauf winken, um dort die Fahrkarte für das Landesfinale zu lösen.